Kino-Update „Rush“ / „Gravity“

In den letzten Tagen hat es uns tatsächlich zweimal ins Kino gezogen. “Rush” mussten wir uns allein deswegen schon ansehen, weil der Deutsch-Spanier Daniel Brühl für seine Rolle als Niki Lauda schon im Zusammenhang mit einem Oscar genannt wurde. Und tatsächlich: “Rush” ist ein packender und teils berührender Film über die beiden Formel-Eins-Konkurrenten Niki Lauda und James Hunt (Chris Hemsworth, “Thor”), die sich vor allem im Jahr 1976 einen heißen Kampf um die Weltmeisterschaft geboten haben. Überschattet war dieses Jahr von Niki Laudas schwerem Unfall am Nürburgring, dessen Spuren man bis heute in seinem Gesicht sehen kann. Von Beginn an war ich begeistert von der “Kauleiste”, die sie Brühl verpasst haben. Schöner ausgedrückt: durch die prothetischen Veränderungen an Brühls Kieferpartie konnte man sehr fix Niki Lauda erkennen. Aber auch Brühls Darstellerleistung hat ihren Teil dazu beigetragen. Zwar hat mein Interesse an der Formel 1 in den letzten Jahren stark nachgelassen, aber die Mimik und Gestik, die sich Brühl da draufgezogen hat, war unverkennbar Niki Lauda. Respekt. Was mir abgesehen davon an dem Film noch so sehr gefallen hat: er funktioniert als Biographie von gleich zwei Personen. Sowohl Lauda als auch Hunt werden in ihren Persönlichkeiten ausführlich durchleuchtet, zudem werden die markanten Punkte ihres Lebens, sowohl im Beruflichen als auch im Privaten, bei beiden Charakteren gezeigt. Ein sehenswerter Film, der mich wider Erwarten zweimal fast zu Tränen rührte. Note 9/10.

Mit viel Vorfreude ging es dann gestern in “Gravity”, über den es in den vergangenen Tagen Lobeshymne nach Lobeshymne zu lesen gab. Die Story ist hier noch schneller erzählt: während eines Weltraumspaziergangs wird das Shuttle von Astronautin Ryan (Sandra Bullock) und Matt (George Clooney) zerstört, Ryan darüber hinaus noch in die Tiefe des Weltalls geschleudert. Fortan geht es darum, ob Ryan eingefangen werden kann und ob sie den Rückweg zur Erde antreten kann. Bei diesem Film macht 3D mal richtig Sinn: in den Tiefen des Weltraums wirkt der 3D-Effekt wirklich sehr plastisch, ein ums andere Mal sieht man Personen, Kugelschreiber, Flüssigkeiten usw. auf sich zu bzw. von sich weg schweben, im Hintergrund jederzeit in weiter Ferne die rettende Erde. Ebenso wie Astronautin Ryan verliert der Zuschauer in Gefahrensituationen fix den Überblick. Die gelungene Kameraführung tut ihr übriges: gerade in den Kameraeinstellungen, in denen man das Geschehen aus Astronautin Ryans Sicht sieht, zieht einen der Film besonders in seinen Bann. Schon lange nicht mehr so oft den Atem angehalten, schon lange nicht mehr so mitgefiebert. Und dennoch hat mich der Film nicht vollends überzeugt. Ob es an Sandra Bullock lag, deren Gesicht für mich inzwischen mit zu vielen anderen Filmen verbunden ist, oder letztlich am Verlauf der Geschichte kann ich gar nicht sagen. Zwar war der Film sehr konsequent, aber emotional berührt hat mich dann doch eher “Rush” in seinen besten Momenten. Trotzdem: 8/10, allein schon für die tollen Perspektiven und teils minutenlagen Kameraeinstellungen, die man heutzutage kaum noch kennt.

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