Filmkritik „Monuments Men – Ungewöhnliche Helden“

Es geht auf das Ende des Zweiten Weltkrieges zu. Für Deutschland wird es langsam eng: an der Ostfront feiern die Russen Erfolge, im Westen machen sich die Alliierten nach dem D-Day mehr und mehr in Frankreich breit. Doch die Deutschen wollen all die angehäuften Schätze nicht den überlegenen Streitkräften überlassen und beginnen damit, Bilder und Statuen großer Meister zu horten und zu zerstören.

Dem amerikanischen Kunstprofessor Frank Stokes (George Clooney) blutet das Herz so sehr, dass er eine Spezialtruppe aus Kunstsachverständigen zusammenstellt. Deren Aufgabe ist es, die von den Nazis erbeuteten Kulturschätze zu lokalisieren und zurückzuerobern.

Die Story beruht auf einer wahren Begebenheit. Nicht nur wegen George Clooney in der Hauptrolle und einigen smarten Sprüchen im Trailer hatte ich hier eine Art „Ocean’s Eleven im 2. Weltkrieg“ vermutet. Ich hätte ich mehr daneben liegen können…

Sorry, aber dieser Film war wirklich Perlen vor die Säue. Ein hervorragender Cast, der neben Clooney auch noch John Goodman („Roseanne“), Bill Murray („Ghostbusters“), Jean Dujardin („The Artist“), Matt Damon („Good Will Hunting“) und Cate Blanchett („Herr der Ringe“) vorzuweisen hat, wurde hier für ein miserables Drehbuch verballert. Das komödiantische Talent der Herren Goodman, Murray und Dujardin kam hier überhaupt nicht zum tragen. Hauptproblem des Filmes: währen „Monuments Men“ (zumindest für mich) den Anschein erweckt, hier handele es sich um eine eingeschworene Truppe, die *gemeinsam* durch Dick und Dünn geht, musste ich im Film schnell lernen, dass sie zwar eine Einheit, aber eben kein Team sind.

Während sich ein Teil der Truppe in Zweiergrüppchen aufmacht, um in den befreiten Gebieten Deutschlands nach Beutekunst zu suchen, versucht James Granger (Matt Damon) in Paris an die Informationen von Claire Simone (Cate Blanchett) heranzukommen. Diese war während der Besetzung von Paris von den Deutschen Besatzern mit der Verwaltung der Kunstwerke betraut worden.

Nur sporadisch treffen die Monuments Men mal aufeinander, um ihr weiteres Vorgehen abzustimmen und dann wieder in alle Himmelsrichtungen auseinander zu gehen. Einzig das Team aus Bill Murray und dem eher unbekannten Bob Balaban („Capote“) lässt ein wenig den komödiantischen Einschlag erahnen, den ich mir im Film noch viel mehr gewünscht hätte. Die beiden alten Kauze, die quasi zum Soldatendasein der lieben Kunst Willen überredet wurden, lassen Erinnerungen an das Senioren-Duo Walther Matthau/Jack Lemmon wach werden.

Ansonsten versucht Damon als verheirateter Amerikaner gegen die Annäherungsversuche einer überaus lasziven Blanchett standhaft zu bleiben, sorgt dann zum Ende hin mit dem Tritt auf eine Landmine für den einzig lustigen Dialog – der dann natürlich schon aus dem Trailer bekannt war.

Dass die Deutschen wieder mal die eindimensionalen Nazis bleiben, ist schon sehr erschreckend. Nicht nur in dieser Hinsicht erinnerte der Film an so manches Werk aus den 50er/60er-Jahren. Wer die Filme von damals mochte, kann auch mit „Monuments Men“ seinen Spaß haben. Mir persönlich fehlte die Raffinesse, ab und an ein wenig Tempo und zu jeder Zeit ein wenig Pfiff in den Dialogen. Selbst das vergleichsweise ereignisreiche Finale konnte den Gesamteindruck eines „Film-Langweilers“ nicht mehr korrigieren. Immerhin: ich hatte mit dieser Enttäuschung gerechnet.

Wertung: 4/10

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