Deichbrand-Festival, Tag 1

Kaum habe ich wieder angefangen zu bloggen, wird es hier auch schon wieder still. So war das eigentlich nicht gedacht, schließlich habe ich in den vergangenen Tagen so einiges erlebt, das ich gern per Blog in Erinnerung behalten möchte. Aber ein anderes Projekt erfordert gerade viel Aufmerksamkeit. Demnächst auch an dieser Stelle mehr.

Eigentlich wollte ich hier das Deichbrand-Festival mit täglichen Blogbeiträgen würdigen. Inzwischen bin ich dann aber schon froh wenn ich so einige Eckpunkte unserer Erlebnisse in einem einzigen Beitrag unterbringen kann. Und dann ist das ja auch schon wieder sooo lange her…

01bc331ec56988cda58e85e0b5d7e7e26b1cf94345

Angefangen hat das Festival für uns dann am Freitag. Das gesamte Festival stand für uns unter der allgegenwärtigen Prämisse: “Kein Stress, immer schön entspannt.” Und so sind wir vormittags auch erst mal gepflegt an den Strand in Dorum gefahren. Naja, nicht wirklich: für den Strandbereich hätten wir pro Person 6,50 € Tagesgebühr zahlen sollen. Grundsätzlich hätte sich das gelohnt, denn da wäre auch der Eintritt in das recht neue Spaßbad direkt am Strand mit drin gewesen. Da wir aber nachmittags zum Festival wollten, hatten wir nur ein gute Stündchen am Meer eingeplant. Zum Glück gab es in unmittelbarer Nähe einen Küstenabschnitt, für den man keinen Eintritt zahlen musste.

2015-07-17---13-03-06_bearbeitet-1

Nachmittags ging es dann relativ entspannt zum Festival, das von unserer Ferienwohnung gut 20 Minuten mit dem Auto entfernt lag. Meine größte Sorge war das Parken: gemeinsam mit tausenden anderen auf einem morastigen Acker parken, mit dichtem Gedränge und der Sorge, nicht im Matsch stecken zu bleiben. Die Sorge war allerdings vorerst unbegründet. Am Freitag hatten wir prallen Sonnenschein bei gut 30°C, der Boden war also trocken. Dass wir uns erst so spät auf den Weg gemacht hatten, zahlte sich auch aus. Kein Stau, kein Gedränge. Die meisten waren ja eh schon am Vortag angereist und hatten längst ihre Zelte aufgestellt. So konnten wir unser Auto ganz entspannt parken. Zwar einen guten Fußmarsch vom Festivalgelände entfernt, dafür waren wir bei der Abreise dann schon fast am Ausgang.

Am Eingang wurden die Besucher mit einem standesgemäßen Banner begrüßt.

Deichbrand_002Auf dem Festivalgelände angekommen haben wir uns erst mal einen groben Überblick verschafft. Die beiden Hauptbühnen stehen nur gut 200 Meter voneinander entfernt, im rechten Winkel zueinander. Gar nicht mal so unüberlegt: während auf der einen Bühne Musik gemacht wird, kann die andere umgebaut und für die nächste Band vorbereitet werden. Vorteil: man verpasst keine der Haupt-Acts. Nachteil: pünktlich zum Ende jedes Auftritts war vor beiden Bühnen ein riesiges Drängen und Drücken. Gut, dass wir es ganz entspannt angegangen sind und uns in guter Entfernung einen Platz gesucht haben, von dem aus man beide Bühnen so halbwegs im Blick hat. die Veranstalter hatten ziemlich mittig einen großen Hügel aus Sand aufgeschüttet, auf dem wir bequem unser Deckchen ausgebreitet haben. Praktischerweise konnten wir so auch über das ganze Publikum hinweg schauen. Dass wir mehr als 100 Meter von der Bühne entfernt gesessen haben, war gar nicht mal so schlecht: dank vieler Videoleinwände konnte man das Konzert gut verfolgen und die Musik war nicht so brüllend laut wie direkt vor der Bühne. Hier ein großes Kompliment: die Akustik war super! Kenne ich von anderen Konzerten oftmals nur ein lautes Geschrammel, konnte man hier bei gutem Sound sogar die Texte sehr gut verstehen. Finde ich bei solchen Groß-Events nicht selbstverständlich.

Musiktechnisch begann das Festival für uns erst mal ganz unspektakulär: Sowohl Itchy Poopzkid als auch Zebrahead konnten mit ihrer harten Musik unser Herz nicht wirklich erwärmen. Erstes Highlight waren für uns dann The Subways. Spätestens mit “Rock & Roll Queen” hatten sie uns dann endgültig in Festival-Stimmung gebracht.

2015-07-17---18-46-14_bearbeitet-2

Anschließend haben wir uns was zum Abendessen gesucht. Die Auswahl auf dem Deichbrand ist wirklich gut: alle Stände haben den einheitlichen “Deichbrand-Look”, so dass über der Theke jeweils stand, was es denn hier gibt. Und da war alles dabei: Pommes, Döner, Pizza, Pasta, Asia-Food, Fish’n’Chips, Burger, vegetarisches und veganes Essen. Da hat jeder was gefunden. Die Portionen und Preise waren für ein Festival okay. Während die Donots das Partyvolk gerockt haben, hatten wir es uns mit unsere Asia-Nudelbox im Schatten des Riesenrades bequem gemacht.

Deichbrand_001Anschließend stand Jennifer Rostock auf dem Programm, die wenige Wochen vor dem Festival mit einem schönen Liedchen gegen die BILD-Zeitung durch das Internet geisterte. Hatte sie mit der Aktion erst mal ein paar Sympathiepunkte bei mir erspielt, hat sie diese dann bei dem Auftritt wieder verloren. Ja, sie ist eine ziemliche Rampensau und weiß die Menge zu begeistern. Aber nein, ich bin kein Teil von dieser Menge, die sich davon begeistern lässt, dass man ewig “Seid ihr gut drauf” ins Mikro schreit und auf der Bühne ganz provokant Schnaps trinkt. Das mag irgendwelche 16Jährige beeindrucken – mich nicht. Aber ich muss zugeben: Stimme hat sie, sie nutzt sie leider nur für die falsche Musik. 😉

2015-07-17---20-30-13_bearbeitet-1

So fand ich es also auch nicht allzu schade, dass wir unsern bequemen Platz auf dem Sandhügel frühzeitig verlassen haben, um uns für den nächsten Act einen besseren Platz zu sichern. Clueso stand auf dem Programm. Ich hatte ihn schon bei anderen Festivals quasi als “Beifang” erlebt und für sehr sympathisch befunden. Michi war beim Mitsingen zwar sehr textsicher, hatte ihn aber noch nicht live gesehen. Sie hat sich sehr gefreut, dass Clueso auch live ein sehr netter und authentischer Kerl ist. Für uns der Höhepunkt des Tages.

2015-07-17---22-37-42_bearbeitet-1 2015-07-17---21-50-20_bearbeitet-1

Wobei: ein weiteres Highlight hat Michi dann noch mal richtig in Begeisterung versetzt. Vorgeschichte: durch mich lernt sie gerade solche Dinge wie Twitter und Instagram kennen und hat sich da just ein paar Tage vorher angemeldet. Und weil man als Neuling ein Erfolgserlebnis gut gebrauchen kann, ist das Folgende wohl als gute Fügung zu sehen. Nach dem Clueso-Auftritt haben wir es uns wieder auf dem Sandhügel gemütlich gemacht und auf die Beatsteaks gewartet. Währenddessen liefen auf den Videoleinwänden Instagram-Fotos mit dem Hashtag #Deichbrand durch. Eine sich immer wiederholende Auswahl von gut einem Dutzend Fotos. Tja, was soll ich sagen…

2015-07-17---23-05-21_bearbeitet-1

Die Beatsteaks haben uns dann nicht so wirklich gerockt und noch eine Stunde auf Fritz Kalkbrenner warten war auch nicht die Alternative und so sind wir dann gegen Mitternacht entspannt, erschöpft, aber glücklich vom Festivalgelände “nach Hause” gefahren.

2015-07-17---23-12-43_bearbeitet-1

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s