Deichbrand, Tag 2

Auch den Samstag haben wir ganz entspannt angehen lassen. Als wir auf dem Gelände angekommen waren, führte uns der erste Weg nicht zu den Hauptbühnen, sondern zum Green Camp. Das war ein separater Bereich etwas abseits, bei dem es nicht ganz so laut war und weit weniger Gedränge. Hier wurden teilweise Werbeaktionen gemacht, revolutionäre Geschäftsideen ausprobiert, es gab Infostände von Umweltorganisationen und Sponsoren. Außerdem gab es eine kleine Bühne für Nachwuchskünstler. Bei entspannten Elektro-Beats haben wir ein wenig auf einer verhältnismäßig leeren Wiese gelegen und dann langsam wieder Fahrt aufgenommen. Mit dabei natürlich: mein neues Accessoire, der Partyhut, der mein zartes Köpfchen gegen zu viel Sonne schützt – und dabei noch recht chic aussieht.

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Mit den auf der Hauptbühne aufspielenden Schandmaul können wir beide so gar nichts anfangen. Martialische tiefe Männerstimmen und hochfrequentes Herumgefiedel gehört nicht zu meinen Vorlieben, das hat auch bei Santiano nicht gezündet. Gespannt war ich auf den Auftritt von Bilderbuch. Abgesehen von einer Hörempfehlung von Jan Böhmermann in seiner Sendung “Sanft & Sorgfältig” war ich auch schon mal im Fernsehen auf die Band aus Wien aufmerksam geworden. Klang anders und frisch. Leider gehört Bilderbuch wohl zu den Bands, die von CD besser funktionieren als live. Schade. Ich habe mir dann lieber die Zeit damit vertrieben, der Festivaldrohne beim Herumfliegen und Filmen zuzuschauen. Die Bilder sind teilweise atemberaubend geworden.

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…Außerdem habe ich mich über die liebevolle Ausschilderung gefreut:

2015-07-18---18-40-01Richtig abgegangen sind wir dann wieder bei Bosse. Der ist einfach absolut sympathisch wenn er da unbeholfen über die Bühne hampelt (tanzen kann man das beim besten Willen nicht nennen) und dabei anscheinend genauso viel Spaß hat wie wir. Ich zumindest habe ihm abgenommen, dass ihn der Ausblick von der Bühne auf dieses gigantische Publikum ziemlich überwältigt hat. Und wenn dann noch tausend Kehlen Deine Lieder mitsingen oder gar von Dir in einem Kanon dirigiert werden, dann lässt das auch einen “Star” sicher nicht unberührt.

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Während die Kooks im Anschluss ein weiteres Mal bewiesen, dass sie langweilige Hipster-Musik noch langweiliger – weil cool – auf der Bühne präsentieren, haben wir uns lieber mal dem Fish’n’Chips-Stand gewidmet. Zwar schmeckt das britische Zauberzeug ohne Malzessig nur halb so gut, aber es war trotzdem ganz okay, weil frisch und knusprig.

Anschließend ging es noch mal zum entspannten Green Camp, wo gerade meine Entdeckung des Festivals auf der Bühne standen: The Inspector Cluzo! Zu zweit präsentierten die beiden Herren abgedrehten, aber gefühlvollen Soul und amtlichen Rock’n’Roll. Der Sänger erinnerte mich in seiner Verrücktheit (und Statur sowie Look) sehr an Jack Black – was ja erst mal nicht schlecht ist. Besonders überzeugend fand ich dann auch das Argument, warum die Band ohne einen Bassisten auskommt: “Bassisten sind keine Musiker!”. Entsprechend heißt ihr Label auf “Fuckthebassplayer Records”. 😉

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Bei abgedrehter Musik genossen wir also einen schönen Sonnenuntergang in der Area der Alternativen und Pflanzenfresser. 😉

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Anschließend hieß es dann für uns, noch einen Platz bei den Headlinern des Abends zu bekommen: Kraftklub. Gelohnt hat es sich nicht wirklich. Zigfach machte die Band darauf aufmerksam, dass sie ja schon mal beim Deichbrand gespielt hätten und jetzt hier und heute das erste Mal überhaupt als Headliner auftreten würden. Schön und gut, kann man sich ja auch ruhig drüber freuen. Aber bitte nicht gefühlt zwischen fast allen Songs. Die Musik hat uns nicht wirklich mitgenommen. Okay, die Texte sind teilweise ja echt ganz gut, aber die Musik dazu dann doch ein wenig monoton. Jedes Lied klingt gleich. Sorry an alle Kraftklub-Fans, aber deren Magie erschließt sich mir nicht (mehr).

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Nach ein paar Liedern haben wir uns viel lieber auf den Weg zum Riesenrad gemacht. Das hatte ja schon die ganze Zeit gelockt. Jetzt gegen 23 Uhr war es dann fällig. Zum Glück mussten wir nur wenige Minuten anstehen und konnten dann das Deichbrand-Festival mal aus der Luft sehen. Die Menschenmassen, die da vor uns von den Scheinwerfern der Bühne beleuchtet wurden, sahen schon sehr beeindruckend aus.

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