Deichbrand, Tag 3

Nachdem wir an den ersten beiden Tagen doch ganz gutes Wetter hatten, wollte der Sonntag so gar nicht in Gang kommen. Regen über Regen. Gut, dass wir für diesen Tag eh nur eine Band als Must-See auf dem Zettel hatten: Tonbandgerät. Die hatten wir wenige Wochen zuvor auf dem Tag der Niedersachsen gesehen und waren schwer begeistert von deren Spielfreude und Bühnenpräsenz. Da wir keine Lust auf großartige Matsch-Party hatten, blieben wir einfach mal bis nachmittags liegen, bevor wir dann aufs Festivalgelände gefahren sind.

Schnell haben wir uns einen Platz im sogenannten Palastzelt gesichert. Dort traten kleinere, noch unbekanntere Künstler auf, bei denen es noch nicht für die Main-Stage reicht. Vorteil: ein Zelt hat ein Dach. Und das war dicht, wir also im Trockenen. Die Zeit bis zum Tonbandgerät-Auftritt haben wir uns mit Max Prosa vertrieben, der laut Deichbrand-Homepage ein verträumt-romantischer Singer-Songwriter ist. Naja. Verträumt kommt schon mal hin – ich würde es aber eher noch “verstrahlt” nennen. Abgesehen davon, dass seine Texte mir viel zu verkopft und voller “Carpe-Diem-Club-der-toten-Trichter”-Romantik waren, sprach und bewegte er sich auch so, als hätte er eine ordentliche Tüte Gras intus. Wir lagen ganz offensichtlich nicht auf einer Wellenlänge.

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Entschädigt wurden wir dann von einem weiteren grandiosen Auftritt von Tonbandgerät. Ich kenne momentan keinen, der so viel Bock auf Musik und positive Energie mit auf die Bühne bringt wie Ole Specht. Und ein wenig habe ich mich wohl auch in Bassistin Isa verguckt. Das macht es noch einfacher, Fan zu sein.

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Und um sie noch zu pushen so gut es geht, hier mal ihr vermutlich bisher bekanntestes Lied “Irgendwie anders”. Behaltet die mal auf dem Zettel, die gehen demnächst noch steil. 😉

Als wir nach dem Auftritt das Zelt verlassen haben, nieselte es vor sich hin. Ganz kurz haben wir noch mal Mando Diao zugeguckt, die gerade die Fire Stage befeuerten.
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Aber bei gerade mal 15°C und Nieselregen überlegt man es sich zweimal ob man noch mal zwei Stunden in der nassen Kälte stehen will, um Fettes Brot zu sehen. Die “Nordish by Nature”-Jungs in allen Ehren, aber das war es uns dann doch nicht wert. Dann lieber ncoh mal fix an den Strand und der Nordsee vorerst “Goodbye” sagen. Und so haben wir uns dann schon gegen 20:30 Uhr vom Festivalgelände verabschiedet. Pünktlich zu unserem Abschied kam dann sogar noch ein Regenbogen zum Vorschein.

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Nach drei Tagen Trubel, Gedränge und lauter Musik haben wir dann am fast menschenleeren Strand einen schönen Abschluss für unser Festival-Wochenende gefunden. Während Michi noch mal ins Watt gehüpft ist und sich allerlei Getier angesehen hat, habe ich auf einer Bank den ruhigen Sonnenuntergang genossen.

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Auch wenn an der Küste den Touristen ja ein Euro nach dem anderen für Selbstverständlichkeiten wie einen Strandbesuch aus der Tasche gezogen werden: versucht mal in einem Touri-Ort sonntags um 21 Uhr noch ein simples Fischbrötchen zu bekommen. Wir zumindest haben es nicht geschafft – konnten uns mit einem großen Eis und einer heißen Schokolade aber gut von diesem Missstand ablenken.

Gegen 22 Uhr waren wir dann wieder in unserer Ferienwohnung. Als wir auf den Hof gefahren sind, habe ich in der Ferne Gewitterblitze gesehen und Donnergrollen gehört. Als kurz darauf dann in der Deichbrand-App die Meldung “UNWETTERWARNUNG! Haltet Eure Pavillons und Zelte fest!” erschien, haben wir gewusst, dass wir uns haargenau richtig entschieden haben, so früh vom Festival zu verschwinden.

Am folgenden Tag habe ich an der Tankstelle noch gehört, dass im Dorf unmittelbar neben dem Festival-Gelände der Blitz eingeschlagen sei. Zum Glück blieb unserer feierwütigen Festivalgemeinde aber ein zweites “Rock-am-Ring”-Desaster erspart.

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