Into the Woods

Bei meinen letzten beiden Radtouren habe ich – mehr oder weniger zufällt – Neuland betreten: den Wald. Nun heißt “Wald” in unserer Region nicht einfach nur “Fläche mit vielen Bäumen”, sondern eher “sehr hügelige Fläche mit vielen Bäumen”. Und so habe ich mich nicht nur in den Wald getraut, sondern auch an viele Steigungen, um die ich bisher einen großen Bogen gemacht habe. Bei der zweiten Tour kamen mir die Anstiege schon nicht mehr ganz so beschwerlich vor. Zum Vergleich bin ich bei der zweiten Tour auch eine Anhöhe bei Völksen hochgefahren, die ich schon kannte. Ich hatte das Gefühl, dass ich sie mit weniger Anstrengung erklommen habe als bisher. Da ist also immer noch Potenzial für Verbesserungen in diesem sport-gestählten Körper. 😉

Kurz vor meinem ersten Eintauchen in den Hildesheimer Wald bin ich einem Jäger begegnet, der gerade einen Feldweg entlang spazierte, sein Gewehr mit einem riesigen Zielfernrohr geschultert. Da war mir dann schon ein wenig mulmig: wenn mich durch einen dummen Zufalle in Jäger da im Wald irrtümlich für Wild hält und auf mich schießt – es gäbe keine Zeugen. Niemand würde es merken, niemand würde mich so schnell finden. Schließlich habe ich auf beiden Touren im Wald nicht eine Menschenseele gesehen. Durch mein neongelbes Trikot fühlte ich mich aber gut genug vom Rotwild abgrenzbar.

Das Tollste am Radfahren durch den abgelegenen Wald ist das Anhalten. Mittendrin einfach mal bremsen, absteigen und dem Nichts lauschen. Im Bestfall ist der Wald so dicht, dass noch nicht einmal Straßengeräusche zu einem durchdringen können. Das sind tolle Momente, die einen für die teils beschwerlichen Anstiege mehr als entlohnen.

Wobei die Anstiege ja noch nicht mal das Schlimmste sind. Auf den Wegen, die ich bisher im Wald befahren habe, lag zumeist grober Schotter. Hoch ist das kein Problem. Knackig wird es erst wenn es dann wieder bergab geht. Mit normal breiten Reifen steil bergab auf Schotterpiste, da weiß man was man hat: das große Risiko sich amtlich auf’s Mett zu packen. Als erstes habe ich gemerkt, dass meine Scheibenbremsen den Felgenbremsen meines alten Fahrrades überlegen sind. Auch nach Kilometern bergab hatte ich nicht die Befürchtung, dass die Bremswirkung nachlässt. Dumm nur, dass man nach dem beschwerlichen Anstieg nun nur mit angezogener Bremse und arg gedrosseltem Tempo wieder runterfahren kann. Es gibt doch eigentlich nichts geileres als nach dem ständigen Bergauf eine schnelle “Schussfahrt ins Tal”. Hat sich was. Minutenlang krallt man sich an die Bremsen und nimmt am besten noch einen Fuß vom Pedal, um für den Fall des Falles wenigstens halbwegs kontrolliert stürzen zu können.

Nun denn, sehen wir es lieber positiv: die stillen Momente im Wald sind einzigartig schön, einen Berg befahren zu haben, zurückzublicken und sagen zu können “Den habe ich bezwungen” macht mächtig stolz und der Körper kriegt auch noch ein wenig andere Anstrengungen als bei Fahrten über das platte Land. Das werde ich jetzt wohl ein wenig ausbauen.

Möglichst aber auf Waldwegen, die nicht geschottert, sondern im Bestfall asphaltiert sind. Ich habe keine Lust jede Woche die Kette reinigen zu müssen. :-/

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