Adieu, Roger!

Die Nachricht kam nicht wirklich überraschend. Als sich Roger Willemsen im letzten Jahr aus der Öffentlichkeit verabschiedet hat, habe ich mir schon gedacht, dass seine Krebserkrankung ernster ist. Heute also die traurige Gewissheit. Ja, ich bin traurig. Sehr traurig. Denn Roger Willemsen war mein liebstes Fernseh-Gesicht. Auf die Frage „Mit wem würdest Du gerne mal eine ganze Nacht durchquatschen?“ ist meine Antwort immer blitzschnell „Roger Willemsen“ gewesen. Er war für mich nicht nur intelligent und sympathisch, sondern auch authentisch. Ich habe ihm jederzeit abgenommen, dass er genau so ist, wie er sich im Fernsehen gibt. Vielleicht liege ich falsch, herausfinden werde ich es nicht mehr.

Seine Ausdrucksweise habe ich geliebt wie keine andere. Sehr beeindruckt hat mich sein auf den ersten Blick sehr objektives Buch „Das Hohe Haus“, das auf den zweiten Blick eine Abrechnung mit der Politik und eine handfeste Argumentationshilfe für die aktuelle Politikverdrossenheit ist. Sätze, die wehtun. Viel anderes habe ich noch nicht gelesen. Aber allein das wenige, was ich von ihm mitbekommen habe, macht mich neidisch auf all die Menschen, die ihn persönlich kannten oder gar einen Freund nennen durften.

Mein Traum von einer gemeinsam durchzechten Nacht mit Gesprächen über die Welt – und vielleicht auch über Gott – wird es in diesem Leben nicht mehr geben. Aber vielleicht macht ein Gespräch über Gott im nächsten Leben ja auch mehr Sinn.

Ich verneige mich vor einem gigantisch großen Geist, der bei all der Feingeistigkeit so menschlich zu bleiben schien.

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